Das Bundesverfassungsgericht und die Gier der Märkte oder was passiert, wenn nichts passiert?

Vielleicht nichts. Denn die Märkte sind so gierig, dass sie vorsichtig werden, wenn sie merken, dass sie ihre Grenzen erreicht haben. Oder umgekehrt, was passiert, wenn zugestimmt ist und die Märkte weitermachen wie bisher?

Also wäre es vernünftig etwas anderes wie bisher zu machen und die Märkte (ein Scheinbegriff), also die mächtigen Kapitalgesellschaften, etwas ohnmächtiger zu machen und zurückzuführen auf kleinere Einheiten, die die Sozialsysteme und Staaten nicht mehr bedrohen können.

Und die bescheuerten Argumente einiger Politiker!

Sie sagen, der Euro wird nur gerettet, wenn das BVerfG Ja sagt. So ein Quatsch. Oder noch besser, Europa fällt, wenn der Euro fällt. Puuh, die Weltgeschichte hat schon Schlimmeres gesehen und wenn der Euro fällt, dann kommt eben der neue Euro. Der kommt sowieso bald.

Einzig ein echter Schuldenschnitt würde die Probleme teilweise lösen. Wer dazu etwas wissen will, der kann sich hier informieren, denn es gibt auch noch seriösen Journalismus.

Man kann sogar zu der Auffassung kommen, dass die Abgeordneten durch die Luft oder das Essen vor dieser Abstimmung Drogen erhalten haben, um nicht mehr klar denken zu können.

Aber es scheint Tradition zu haben, einfach abzustimmen und Fakten schaffen zu wollen, um dann später vom Bundesverfassungsgericht gesagt zu bekommen, das geht nicht.

Nur sind das Bundesverfassungsgericht und Herr Gauck nicht so blöd wie manche Politiker meinen. Sie handeln verantwortlich.

Die Politik ist doch schuld, dass es so weit gekommen ist. Sie hätte 2008 konsequent den Banken Zügel anlegen müssen. Hat sie aber nicht. Und stattdessen verpulvert sie das Einkommen und das Sozialsystem in Deutschland in den nächsten dreissig Jahren an Banken und Spekulanten mit 2/3 Mehrheit und das auch noch, ohne die Vertragstexte zu kennen.

Hallo, wo sind wir denn hier? Offenkundig im Vorhof der gezielten oder ungezielten Schwachsinnigkeit. Etwas anderes fällt mir dazu nicht mehr ein.

Und im Fernsehen reden einige Journalisten sich ein Szenario zusammen, was alles passiert, wenn wir nicht unser aktuelles Geld und unser zukünftiges Geld wegwerfen und nicht dem Verlust der Haushaltssouveränität zustimmen. Hat eigentlich mal einer dieser hochbezahlten Journalisten gefragt, ob die Zustimmung zum Ausverkauf wenigstens die Garantie der Stabilität des deutschen Sozialsystems enthält?

Denn es ist schon witzig, wenn andere Länder zurecht die Rente mit 60 bis 62 aktuell verteidigen und wir schon über die Rente mit 69 nach 67 sprechen. Statt krankhaft die anderen Länder auch in diese asozialen Rentenregelungen zu zwingen wäre es wohl eher angebracht die Sozialsysteme in Europa zu retten statt den Euro. Und die Menschen in den geretteten Sozialsystemen können dann über einen neuen Euro 2 nachdenken. Das wäre mal eine konstruktive Aufgabe für die Politik und übrigens auch für das Europaparlament.

Dekadenz und Weicheier gehören offenkundig zusammen …

Wir können froh sein, dass wir das Grundgesetz haben und die Verfassungsorgane, die dafür sorgen, dass die Demokratie nicht einfach so verschwindet.

 

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