Die Berliner Erklärung – klare Worte an eine verantwortungslose Politik

Nun gut, ich habe auch nur begrenzte Erfahrungen. Aber diese Erfahrungen der letzten 20 Jahre haben mir eins gezeigt. Die einzige Gruppe, die in der Industrie immer wieder versucht, Arbeitskräfte zu erhalten und aufzubauen, ist der Mittelstand.

Wo Familien ein Unternehmen prägen, gibt es immer wieder die Kraft für soziale Verantwortung. In grossen Konzernen ist soziale Verantwortung quasi per Vertrag abgeschafft. Oder kennen Sie Verträge mit Managern, die soziale Kennzahlen beinhalten?


Natürlich habe ich auch viele Söhne und Töchter (und manchmal Väter) erlebt, die die grosse Chance nicht nutzten, ein Familienunternehmen weiterzuführen. Und es klappt auch nicht immer, weil es oft viel reizvoller ist, das schnelle Geld durch einen Verkauf zu erhalten.

Aber in Konzernen gab es – wenn überhaupt – nur durch aktive Gewerkschaften und Betriebsräte einmal einen Stopp des Ausverkaufs oder der Entlassungen. Das war in sehr vielen mittelständischen Unternehmen in der Industrie anders. Dort habe ich sehr oft echte soziale Verantwortung erlebt, mit und ohne Betriebsrat und auch ohne Gewerkschaft.


Selbst in einigen Betrieben zur Leih- und Zeitarbeit habe ich das erlebt. Und deshalb ist es wichtig, dies auch einmal aufzuschreiben. Denn wenn es um die Leistungsfähigkeit von Deutschland geht, dann sind es überwiegend die Mittelständler, die Deutschland in der Vergangenheit gerettet haben.

Aber sie können es nicht mehr, weil die Probleme grösser und anders geworden sind. Jedes mittelständische Unternehmen in Deutschland, das ehrlich Steuern zahlt und gute Arbeitsplätze schafft, merkt langsam, wie die Politik jedes Mass an Bodenhaftung verliert. Ich bin sehr froh über die Berliner Erklärung von 100 mittelständischen Unternehmen.

Denn wenn es ernst wird in Deutschland, dann werden gerade diese „Motoren“ der Wirtschaft, die nicht privilegiert und subventioniert werden, als erste das Auslöffeln müssen, was „unsere“ Politiker uns eingebrockt haben.

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