Wollen die Menschen weniger Rente oder wie können 1006 für 80 Millionen sprechen?

Man traut seinen Augen kaum. Die Mehrheit der Deutschen akzepiert Absenkung des Rentenniveaus, so eine Überschrift bei Focus und die Nachricht wird überall gepostet.

Der Artikel beginnt mit folgenden Sätzen: „München. Die Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) ist bereit, das bis 2030 geplante Absenken des Rentenniveaus auf rund 43 Prozent zu akzeptieren. In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin FOCUS sagten 32 Prozent der Befragten, im Gegenzug zur Absenkung des Niveaus sollten besonders niedrige Renten mit Steuermitteln aufgestockt werden.“


Da staunt man nicht schlecht. Noch besser wird es, wenn man den Artikel zu Ende liest. „Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte für FOCUS 1006 repräsentativ ausgewählte Personen.“

Also 1006 „repräsentativ“ ausgewählte Personen sprechen für 80 Millionen Bevölkerung. Das wird ja immer besser. Und noch besser wird es beim Ergebnis. Genau 51 Prozent „der Deutschen“ sind dafür.

Dieser Artikel ist meiner Meinung nach ein Festakt für die Vorführung von unseriösem Journalismus.

Was bedeutet denn dieser Artikel? Bedeutet es, dass von allen Deutschen 51 Prozent für die Absenkung des Rentenniveaus sind? Wenn Deutschland bei 80 Millionen Menschen eine erwerbstätige Bevölkerung von ca. 40/41 Millionen hat, dann sind die dafür, die davon nicht betroffen sind oder wie?

Wie wäre es, wenn man eine Volksbefragung macht unter denen, die davon betroffen sind?

Stattdessen macht man eine Umfrage unter 1006 Personen, die „repräsentativ“ sein sollen für alle Deutschen. Und bei allen Deutschen sollen genau 51 Prozent dafür sein, das Rentenniveau abzusenken.

Seriöser Journalismus hätte zumindest die Fragen aufgeworfen, die ich hier gestellt habe. Aber nun gut. So landen wir bei Churchill, der gesagt haben soll, dass er nur der Statistik traut, die er selber gefälscht hat.

 

 

 

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