Die „Rentenlüge“ der Rheinischen Post

oder wie Eva Quadbeck von der Rheinischen Post mit Fakten umgeht.

Am 30.12.2013 gibt es in der Rheinischen Post große Artikel zum Thema Rente. Auf der Titelseite geht es um Frührentner, dann gibt es einen Kommentar von Eva Quadbeck und dann wird versucht statistisch mit dem Gini-Koeffizienten zu belegen, dass es in Deutschland den Armen gar nicht so schlecht geht.

Hier gibt es die höchste Form der Lüge, die Täuschung mit Einzelfakten.

So finden wir auf der Titelseite der Ausgabe den Hinweis, dass der heute 65jährige Renter eine durchschnittliche Lebenswerwartung von 17 Jahren hat.

Da fragt man sich nur, warum statistisch belegt ist, dass Männer im Durchschnitt nur 6 Jahre Rente erhalten bevor sie sterben?

Frau Quadbeck ist intelligent. Entweder hat sie schlecht recherchiert oder sie hat bewußt das ausgelassen, was sie nicht schreiben wollte. Auf jeden Fall hat sie so getan als ob Männer länger leben als sie es tatsächlich tun.

Das stärkste Stück liefert sich aber Eva Quadbeck in ihrem Kommentar. Sie schreibt dort über die Erhöhung der Mütterrente und der Rente mit 63 folgendes: „… sind sozialpolitisch nicht zwingend. Denn die Personen, die davon profitieren werden, haben keine existenziellen Sorgen.“

So Frau Quadbeck, dann wollen wir doch mal ihren Horizont erweitern. Wir nehmen mal ein Beispiel aus dem wirklichen Leben.

Eine Frau hat 35 Jahre gearbeitet und wurde nach den Hartz Gesetzen mit Leiharbeit und Befristungen irgendwann aus ihrem festen Job entlassen. Sie konnte sich danach nur noch befristet und zum Teil mit Minijobs durchschlagen.

Die Frau hat knapp 35 Jahre meistens Vollzeit gearbeitet und zwei Kinder großgezogen. Nun ist sie 61 Jahre und hat ihren letzten Minijob verloren.

Seit 1990 hat die Frau jeden Monat 100 DM bzw. später 51 Euro auf ihr Sparbuch gelegt (Riester gab es da noch nicht) um bei ihrer niedrigen Rente sich monatlich 100 Euro wieder runternehmen zu können. Durch die Anhebung des Rentenalters erhält sie eine ungekürzte Altersrente erst mit über 65 Jahren.

Diese Frau muß nun zum Jobcenter mit 61 Jahren. Dort erklärt man ihr, dass sie ja mehr Ersparnisse habe als sie haben darf (pro Lebensjahr 150 Euro sind bei 60 Jahren 9.000 Euro), so dass sie die Differenz von ca. 5000 Euro erst mal aufbrauchen muß. Abgesehen davon soll sie dann mit 63 in Rente, so dass sie von den gut 500 Euro Rente natürlich noch mal ein paar Prozent abgezogen bekommt.

Das bedeutet, diese Frau und Mutter, die Kinder in die Welt gesetzt hat, die Opfer der neuen Arbeitsgesetze wurde, die gespart hat (nur nich für die Provisionen der Versicherer) – diese Frau, die wirklich lebt, hat also „keine existenziellen Sorgen.“

Wissen Sie was Frau Quadbeck, sie sollten sich was schämen.

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