Die „Sockelrente“ oder symbolisches Lügen

„SPD-Chef Sigmar Gabriel hat eine Sockelrente zur Bekämpfung der Altersarmut gefordert. Nach 35 oder 40 Jahren an Vollzeitarbeit solle ein Rentner mehr erhalten als die heutige Grundsicherung, die nichts anderes sei „als Hartz IV im Alter“, sagte Gabriel den Zeitungen der „WAZ“-Mediengruppe vom Samstag. Die Sockelrente müsse deshalb deutlich oberhalb der heutigen Grundsicherung liegen.“

So findet man es im Internet. Und dann den Hinweis, wer 35 oder 40 Jahre voll gearbeitet hat. Ach so. Wer schafft das denn im neuen Deutschland? Das ist komplette Augenwischerei.


Wenn man nur diejenigen mit einem steuerfinanzierten Rentenzuschuss privilegiert, die 35 Jahre voll haben, dann wird es sehr lustig. Das wäre wohl auch nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, wobei dies schon bei Beamten und Anderen aktuell keine Rolle spielt.

Aber wenn man weiterdenkt: wer dann mit 63 in Rente will, der muss dann knapp 15 Prozent Verlust hinnehmen. Wird dies dann von der Sockelrente wieder abgezogen oder gilt die Sockelrente erst ab 67? Na dann viel Erfolg!

Abgesehen davon wäre dies der Gipfel der Absurdität. Steinmeier, Steinbrück und die Grünen haben erst 2006 Akademikern bis zu 8 Jahre geklaut.  Wenn nun ein Akademiker vor 20 Jahren nach dem Studium (voher war Bundeswehr oder Zivildienst) mit 26 sofort eine bezahlte Anstellung erhalten hätte, dann müßte dieser ja mindestens noch 35 Jahre durcharbeiten. Und dies bei einem Arbeitsmarkt, der alle möglichen Normalarbeitsverhältnisse seit Mitte der 90er systematisch zerstört hat.

Übrigens, das hatten wir doch schon von Herrn Rürup gehört, damals in der grossen Koalition mit Steinbrück, Steinmeier und Merkel.

Also bitte, keine Nebelbomben sondern echte Angebote. Und da hätte ich zwei.

Erster Vorschlag: Jeder kann unabhängig von der Anzahl der anrechenbaren Jahre mit 63 in Rente mit den zu diesem Zeitpunkt erworbenen Ansprüchen.  Also keine Abzüge, weil man vor 67 geht. Damit würden viele Probleme wegfallen und wer zu wenig hat, der wird dann hinzuverdienen. Die Motivation wäre vielfach auch besser, weil man auf selbst erarbeitetem Niveau sich etwas suchen kann und nicht vom Amt getrieben wird. Dieses System hätte mehr Würde als zum Amt gehen zu müssen, weil man jemand etwas abzieht, weil er nicht bis 67 arbeitet und er dann unter dem Alterssicherungsgesetz liegt.

Zweiter Vorschlag: Einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro für alle Bereiche und einen Aufbau von Arbeitsplätzen für alle die, die keine haben, in Bereichen der Allgemeinheit. Wir werden sowieso mehr Parkwächter, Zugbegleiter, Sozialbegleiter, Warenträger und vieles mehr benötigen. Damit würde auch der untere Sektor der Arbeit einen Wert bekommen, weil sozial wichtige Tätigkeiten wiederkommen und dies ist gut für die Allgemeinheit und die Ausführenden. Das ist im Prinzip eine Umverteilung von Hartz 4 zu sozialer Arbeit, aber nicht als 1-euro-job sondern als echter Arbeitsplatz. Und es würden die ganzen Diskussionen wegfallen, der oder die will ja gar nicht. Da muß man dann …

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