Hoffnungslosigkeit und Verrohung als wesentliches Element des 21. Jhrdts.

Das neue Jahrhundert zeigt, was die Mächtigen in Wirtschaft und Politik machen. Sie nehmen immer mehr Menschen die Hoffnung. War es früher die Dritte Welt und der Kommunismus, die keine Zukunft hatten, so hat sich dies jetzt geändert.

Die Herrschaft des Kapitalismus nimmt den Menschen die Hoffnung. Der Staat ist von den Banken und Unternehmen übernommen worden. Die Politik scheint gekauft. So wird alles zerstört, was den Menschen Halt gibt. Dazu gehört vor allem Sicherheit bei den Lebensrisiken: Alter, Krankheit, Unfall und Arbeitslosigkeit. Das ist übrigens auch die Voraussetzung für eine Bürgergesellschaft und eine echte Demokratie. Alles dies wird gerade zerstört oder ist schon zerstört worden.


Der Witz ist, dass dies mit der Begündung abgeschafft wurde, wir könnten uns dies nicht mehr länger leisten. Parallel dazu wurde noch nie so viel Geld ausgegeben für die Banken, es wurden noch nie so viele Schulden gemacht und es wurde noch nie so viel für Dritte überwiesen.

Wer heute 40 ist oder jünger, der weiß, dass er im Alter trotz Arbeit arm sein wird, weil die Politik lieber in Banken statt in Renten investiert. Man nimmt dem deutschen Volk und vielen anderen Völkern jede Hoffnung auf ein Leben, wie es noch vor 20 Jahren als normal galt.

Eigentlich sollte die Welt so reformiert werden, dass immer mehr Nationen aus der Armut kommen und das Zusammenleben der Völker besser wird: ohne Diktaturen, ohne Hunger, ohne Gewalt. Aber statt daran zu arbeiten hat man sich überlegt, dass die Staaten, denen es gut geht doch besser auch so werden wie die, wo das Elend schon aus allen Löchern kriecht. Dann spricht man über Wettbewerbsfähigkeit und Leistung. Die Leistungseliten in Deutschland und fast weltweit haben völlig versagt. Sie dürfen aber weitermachen. Es ist ihnen sogar gelungen dafür die Steuerzahler bezahlen zu lassen.

Nur eines hat sich geändert. Alte Prinzipien wie die Unverletztlichkeit eines Territoriums sind zum Beispiel durch die Unfälle in Atomkraftwerken überholt von der Wirklichkeit. Wenn in Frankreich z.B. ein Atomkraftwerk steht, dass bei einem Unfall halb Deutschland verseucht, dann geht das auch Deutschland etwas an. Da ist das Territorialprinzip völlig überholt.

Parallel erleben wir die systematische Verrohung von Menschen. Das scheint gewollt. Jeder weiß spätestens seit dem Buch von Neil Postman, dass Fernsehen im Hirn die Verhältnisse ändert. Das Hirn kann nicht zwischen ausgedachter und realer Welt unterscheiden. Wenn man nun Menschen Jahre oder Jahrzehnte Filme und Fernsehen ermöglicht, die der Verrohung, der Erweiterung der Grausamkeiten und dem Festsetzen von Kunstwelten dienen, dann ist klar, wie immer mehr Menschen ticken. Das zerstört alles, auch das menschliche Miteinander.

Nun ist es leicht, diesen Text zu schreiben. Aber es wäre auch leicht, im Medienbereich Freiheit nicht mit Zügellosigkeit, Gedankenlosigkeit und Verantwortungslosigkeit zu verwechseln.

Die weltweite Hoffnungslosigkeit nimmt zu. Es bildet sich eine Weltschicht der Reichen, die durch die Zerstörung der Sozialsysteme den Menschen vor Ort die Hoffnung und den Widerstand nehmen. Und wenn man bis zum Ende denkt, dann ist klar, dass die Menschen sich kaum in Bewegung setzen. Jeder glaubt, er muß nicht sterben und jeder glaubt, es trifft den anderen. So sei es.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.