Ich blogge – habe ich auch einen Leser?

Jetzt ist es rausgekommen. Die Netzgemeinde hat verloren. Sascha Lobo hat es festgestellt beim Thema Leistungsschutzrecht.

Willkommen in der Wirklichkeit!

Da ist Frau Aigner weiter. Sie hat sich sogar mit Sascha Lobo fotografieren lassen und damit medial das Thema besetzt. Und sie macht nach jedem Lebensmittelskandal medienwirksam eine nationale Runde und fordert die Länder auf, mehr zu tun. Die Frau hat noch viel vor sich und sie hat gelernt, was man tun muß.

Sascha Lobo kann daraus auch lernen. Sein Blogbeitrag scheint ihm die Chance zu eröffnen, den Weg zu finden.

Nun ist Sascha Lobo nicht allein mit seinem Aufschlagen in der Realität. Ralf Fücks hat dies zum Beispiel auch festgestellt als er über den „Klicktivismus“ schrieb.

Was die Piraten erleben und was Sascha Lob jetzt erlebt ist nichts anderes als das Anerkennen der Realität.

  • Ich habe mich schon länger gefragt, wer denn kommen soll, wenn irgendjemand zu irgendetwas aufruft. Das war schon zu Zeiten von Flugblättern so, dass die meisten nicht gekommen sind. Warum sollte es in digitalen Zeiten anders sein?
  • Wieso kommt eigentlich einer darauf, dass etwas wichtig ist, nur weil zum Beispiel 100.000 Menschen bei Facebook darauf klicken? Diese Klicks sind doch nichts wert und können darüber hinaus morgen schon anders aussehen. In sozialen Netzwerken kann man Kampagnen starten, also manipulieren, dass die Fetzen fliegen.
  • Wer hat eigentlich Angst vor einem Shitstorm? Ausser dass man mit dem #aufschrei mal zu Günther Jauch kommt interessiert es doch sowieso fast niemand über den Moment hinaus.

Und social hat mit sozial auch nichts zu tun, wie man hier nachlesen kann.

Also, das Internet ist als Informationsplattform manchmal gut. Aber um in Deutschland Politik zu machen muß man mehr tun. Man muß ganz banal eine Versammlung abhalten, auf der mit einfacher Mehrheit abgestimmt wird. Man muß dies im Internet mitteilen und man muß dann die Medien für die eigenen Botschaften nutzen.

Die Netzgemeinde ist keine Gemeinde, denn dann hätte sie eine Struktur. Die Netzgemeinde ist ein Forum für Traffic und wichtig für mediale Aufmerksamkeit, um damit Geld zu verdienen. Das ist nicht despektierlich, aber es ist eben eine Tatsache.

Wie begrenzt das eigene Denken ist sieht man schon daran, dass Herr Lobo nun folgendes einsieht: „Eigentlich völlig bizarr. Aber die Netzgemeinde ist atemberaubend schlecht vernetzt. Der Grund: wir sehen die Vernetzung vor lauter Internet nicht. Vernetzung bedeutet nicht, für jede Gefühlsregung ein eigenes Social Network parat zu haben, wo man mit den immer gleichen 150 Leuten Ringelpiez mit Anklicken spielt.“

Es gibt natürlich mindestens 15.000 gute Blogs mit Gedanken. Aber jeder schreibt nur vor sich hin und hofft auf andere, die seine Gedanken lesen. Abgesehen davon, wer soll das eigentlich alles lesen?

Hinzu kommt die Falschheit.

  1. Eigentlich ist es ganz einfach. Was man gut findet wird verlinkt und die, die ich verlinke, verlinken mich auch. Machen Sie aber nicht, damit sie google mehr gefallen und einen Wettbewerbsvorteil haben, wenn sie Werbung einbinden. Das führte dann in der Vergangenheit dazu, dass ich z.B. viel verlinkt habe aber selbst nicht verlinkt worden bin.
  2. Wenn man sich nun untereinander verlinken würde, dann könnte man in einem zweiten Schritt auch ein Vermarktungsnetzwerk für Blogger aufbauen, das wirklich funktioniert. Das setzt aber den ersten Schritt voraus und es setzt den ehrlichen Umgang miteinander voraus. Glauben Sie das?
  3. Wer was erreichen will muß sich kennen. Man muß sich ganz banal treffen und sich von der Illusion lösen, dasss das Internet die Probleme des politischen Lebens löst. Es ist ein Bestandteil einer Medienkarawane.

Es wird nicht anders gehen als den Weg der Grünen noch einmal zu gehen. Durch das Internet kann es schneller gehen, nämlich schon bis zur übernächsten Bundestagswahl. Denn erst jetzt ist sichtbar, wie das Internet als Netzwerk eine neue soziale Bewegung sein kann für das, was Demokratie auszeichnet: Ortsgruppen, gemeinsame Abende, regionale Demos und die Gründung einer institutionalisierten sozialen Bewegung, die Einfluss nimmt auf alle Menschen.

Die Chance ist ganz einfach. Es geht darum, den ADAC für das Internet zu gründen. Denn einen Computer hat fast jeder.

 

 

 

 

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