Robert-Bosch-Stiftung – seltsam bis übel?

„Muslime verlangen zwei eigene religiöse Feiertage“ lautete die Überschrift in einem Artikel der WAZ-Gruppe.

Zuerst habe ich gedacht, das ist ja mal gelungene Integration, wenn es für alle zwei Feiertage mehr gibt.

Das wäre ja auch Integration, weil jede Religion sich automatisch mit den Feiertagen der anderen anfreundet.

Aber nein! Laut den Artikeln sollen diese Feiertage nur für Muslime gelten. Also keine Integration sondern Separation. Integration bedeutet übrigens nicht Separation und nicht Okkupation.

Wer die in christlicher Tradition entstandenen Regelungen separatistisch verändern will, wird damit niemand einen Gefallen tun.

Eine sehr differenzierte Darstellung findet sich dazu beim wdr.

Und dann stieß ich auf den Hinweis, dass eine Epertenkommission der Robert-Bosch-Stiftung dies unterstützt. Ich wurde neugierig und recherchierte. Den Bericht finden Sie hier.

In dem Bericht steht dazu folgender Satz: „Gesetzgeberischen Handlungsbedarf sieht die Kommission mit Blick auf den wachsenden religiösen Pluralismus in der Arbeitswelt, weil sich das deutsche Feiertagsrecht zunehmend als Ungleichbehandlung von Religionen auswirkt. Erwogen werden sollten Freistellungsansprüche an zwei ausdrücklich benannten höchsten Feiertagen der gesetzlich zu erfassenden nichtchristlichen Religionen. Um den damit verbundenen Einkommensverlust auszugleichen, sollte den Arbeitnehmern das Wahlrecht eingeräumt werden, Urlaubstage einzubringen.“

Hört sich etwas anders an. Hier steht was von Freistellungsansprüchen und daraus werden plötzlich Feiertage nur für Muslime!

Das Böse daran ist ja, dass die Gesetze in Deutschland dann hier nicht mehr die vorletzten Dinge regeln und Religion Privatsache ist sondern die Forderung ein Gesetz zu machen, dass den Muslimen spezielle Feiertage einräumt, das könnte man auch als Einfallstor für die Scharia sehen. Denn es ist das erste Gesetz, welches religiöses Recht für eine bestimmte Religion festlegt. Das sollte dann zunächst mal alles geklärt werden.

Herr Aiman Mazyek als Vorsitzender der Muslime wird nicht ohne Absprache aus Freistellungen eine Forderung nach Feiertagen gemacht haben.

Die WAZ wird ihre besten Leute mit der Recherche betreut haben, die nicht ohne Grund den Zusammenhang mit der Studie hergestellt haben und die Überschrift so gewählt haben.

So wird eben Propaganda gemacht und die öffentliche Meinung angeheizt. Damit möchte ich die Frage der Feiertage an dieser Stelle abschließen und mich der Studie zuwenden.

Denn der Bericht ist in meinen Augen sehr merkwürdig. Der Bericht ist mit Hilfe von im DGB vertretenen Gewerkschaften erstellt worden.

Wissen Sie, was darin auch steht?

Sie können ihn ja einfach mal runterladen und selbst lesen.

Ein paar konkrete Anregungen daraus:

  • die Jahresarbeitszeit soll weiter erhöht werden,
  • das Renteneintrittsalter soll über 67 hinaus erhöht werden,
  • die Beamtenversorgung soll durch eine wirkungsgleiche Übertragung der rentenpolitischen Reformen auf das Beamtensystem bei Achtung des Alimentationsprinzips demographiefest gemacht werden (also keine Bürgerversicherung und keine eigenen Beiträge),
  • Abschaffung der Familienversicherung in der Krankenversicherung und Einführung eines einheitlichen Beitrags pro Person als „Bürgerprämie“

und vieles mehr.

Die Expertenkommission mit Professoren und Beamten und Gewerkschaftern baut also schon an einem noch asozialeren Haus der Zukunft als bisher. Sie sichern ihre eigenen Pfründe und das wars.

Die Kritik an den Statistiken habe ich an anderen Stellen hier und anderswo oft genug publiziert. Nur so viel. Sie beschreiben Zahlen ohne veränderte Einflussfaktoren, so dass die Ableitungen überwiegend weltfremd und irreal sind.

Kein Wort (oder wo ist es denn?) dazu, dass es gesetzliche Zwänge geben muss zum Einstellen älterer Arbeitnehmer mit guten Mindestbedingungen, wenn man will, dass sie auch bis 67 arbeiten können und eine gute Rente erhalten.

Laden Sie sich den Bericht runter und lesen sie die ersten 30 Seiten. Die reichen schon. Die Vertiefungen danach zeigen nur, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen.

Aber diese Kumpanei von Gewerkschaftern mit professoralen und anderen Interessenvertretern läßt ein seltsames Gefühl im Magen entstehen.

Gewerkschaften werden damit sicher kein Teil einer wichtigen Zivilgesellschaft sondern dokumentieren sich als Teil des sozialen Herrschaftsapparates.

Von wegen mehr Gerechtigkeit wagen!

 

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