Stirbt die Menschheit bald aus?


“Homo sapiens wird aussterben, vielleicht innerhalb von 100 Jahren.” Diese düstere Prognose zur Zukunft der Menschheit gab der prominente australische Wissenschafter und Mikrobiologe Frank Fenner (95) diese Woche gegenüber der Zeitung “The Australian” ab.

Ist das für uns ein Grund zur Beunruhigung? Ich glaube kaum, denn wir leben ja in verschiedenen Parallelwelten. Was ist der Mensch? Der Mensch ist eine Konstruktion aus drei Teilen. Er hat eine Reproduktionsfunktion, eine Erhaltungsfunktion und eine Steuerfunktion. Man könnte auch sagen, der Mensch besteht aus drei Bereichen, dem Denken, dem Essen und Trinken und dem Sex. Dieses Lebewesen ist also kein Verstandeswesen und auch nicht in erster Linie an einem Miteinander interessiert. Es ergibt sich aus der Logik unserer biologischen Beschaffenheit, dass wir täglich durch unser Handeln zeigen, welcher Bereich von uns gerade am stärksten ist.


Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, dann ist diese eine fast unendliche Auflistung von Versuchen, stärker und reicher als andere zu sein. Die Menschheitsgeschichte ist durch keine Bedrohung friedlicher geworden, sie ist eine Kriegsgeschichte. Und wenn es nicht Kriege waren, dann rotteten die Pest oder andere Krankheiten ganze Rassen oder Völker mehr oder weniger aus. Daran hat sich nichts geändert. Und wieso sollte es einen Flüchtling irgendwo auf dieser Welt, der nichts zu essen oder zu trinken hat, stören, ob die menschliche Rasse aussterben wird? Die von uns überschaubaren Teile der Weltgeschichte zeigen doch, dass der Mensch sogar selbst auf die Idee gekommen ist, andere Völker, Glaubensgemeinschaften oder Rassen ausrotten zu wollen, wie der Nationalsozialismus beispielhaft zeigt. Da wir alle in 100 Jahren nicht mehr leben, wird allein durch die eigene Endlichkeit das Problem des Aussterbens der menschlichen Rasse relativiert durch den vorherigen eigenen Tod (ich benutze hier den Begriff Rasse, wem das nicht gefällt, der kann ihn durch Menschheit ersetzen, das Problem ist nur, wenn es diesen Begriff nicht gibt, dann gibt es sprachlogisch auch keine Rassendiskriminierung und das stimmt doch irgendwie nicht).
Vernunft, Verstand und weltweites Miteinander müssten die Voraussetzungen schaffen, um dieses Problem zu lösen. Aber geht das? Natürlich nicht wie wir täglich sehen. Im Angesicht der gigantischen Umweltverschmutzung mit weitreichenden Folgen sind die Nationen nicht in der Lage zu handeln. Würden die Menschen in den Industrienationen einfach nicht mehr arbeiten gehen, dann würde sich was ändern. Sie gehen aber lieber arbeiten in der Hoffnung, dass sie dadurch etwas von dem Konsum erhalten, der für sie so wichtig ist. Das Versagen am Golf von Mexiko mit seinen gigantischen Auswirkungen führt ebensowenig zu einer Veränderung wie Tschernobyl für den Bau von Atomkraftwerken eine Veränderung herbeigeführt hat. Der Mensch ist ein Mischwesen aus einem unendlichen Geist, der in einen endlichen Körper eingebettet ist, welcher durch Triebe sich und die menschliche Rasse steuert. So ist es halt. Der Rahmen für das eigene Handeln kann maximal die eigene Lebenszeit sein, denn das asoziale Handeln ist eine nur schwer beherrschbare Konstante. Natürlich kann man aus der Geschichte lernen. Dazu ein paar Beispiele aus der aktuellen politischen Diskussion. Man könnte durch Gesetze die Banken in ihrem Handeln klar beschränken und kontrollieren. Man könnte durch einen radikalen Ausbau erneuerbarer Technologien und einem kompletten Ausstieg aus Risikotechnologien Zukunft schaffen. Man könnte wie bei Software alle Patente, die gut im formulierten Sinne sind – aber nicht genutzt werden, allen Staaten kostenfrei zur Verfügung stellen etc. Es gibt unendliche viele gute Möglichkeiten. Stattdessen werden die Nationalstaaten in ihrem Denken verharren, es wird nichts geschehen und die Symptome werden höchstens beseitigt. Ob der Leidensdruck in 50 Jahren so hoch ist, dass die Menschheit insgesamt reagiert, ist sehr fraglich. Und man muss sich die Frage stellen, ob es sich lohnt, dass die menschliche Rasse überlebt? Wer es bejaht müßte auch so handeln. Doch dieses Handeln wäre echtes Handeln und dies geschieht nicht, weil Macht und Wohlstand vom richtigen Wort und nicht vom wahren Wort und Handeln abhängen. Die gut entwickelten Nationen müssten auch Vorreiter in diesem Handeln sein, denn dort, wo es keine soziale Sicherheit, kein reines Trinkwasser und keine Hoffnung gibt, steht anderes als die Rettung der Menschheit im Vordergrund.
Aber wozu schreibe ich das? Jeder weiß, dass die Bäume für uns Menschen den Sauerstoff produzieren, den wir zum Leben brauchen. So einfach ist das. Und was passiert? Abholzen aus Armut oder Gier. Eine Verfassung, die die Bewohnbarkeit des Planeten und den Erhalt der Natur zusammen mit sozialer Sicherheit und unveräußerlichen Menschenrechten kombiniert und zugleich Geburtenplanung und Kontrolle der Industrie und Banken gewährleistet wäre der Weg. Wenn die Natur weiter zerstört wird, dann wird Geld keine Rolle mehr spielen, weil es nicht mehr darauf ankommt. Wenn die Menschheit so weitermacht, wird es auch nicht mehr auf Grenzen ankommen, weil die Folgen grenzenlos sind. Aber geht das überhaupt? Eine Verfassung als Ausdruck eines gewandelten Denkens? Dies werden wohl weder mehr Diktaturen noch mehr Demokratien lösen können, denn 100 Jahre sind zu kurz dafür. Wir können jetzt sagen, wir sind dabei gewesen. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus befinden wir uns zur Zeit in einer Phase, wo das Wirtschaftssystem des Kapitalismus zusammengebrochen ist und nur durch die Steuerzahler der Länder noch lebt. Nach der Katastrophe von Tschernobyl fangen aktuell und überall auf der Welt die Atomspiele wieder an, die dafür sorgen, dass Teile der Menschheit durch zukünftige Unglücke und endlagernde Verstrahlungen sowieso ausgerottet werden. Nach Unglücken wie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird weiter Öl gezapft und das Europaparlament lehnt eine Kennzeichnung für Lebensmittel für Verbraucher mit Grün, Gelb/Rot mit der Begründung ab, das könnte die Verbraucher verwirren. Ist schon irre! Die Strukturen der Menschen sind stärker als die menschliche Vernunft. Es ist absurd aber wahr. Und heute ist Fußball ….

[shariff]

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