Warum eine Paywall eher Machtverlust und keine Chance ist

Früher war alles anders. Da gab es Leitmedien und einige Zeitungen, die die Inhalte und die Meinungen bestimmten. Heute ist das anders. Heute gibt es immer mehr Menschen, die sich ihr eigenes Fernsehprogramm zusammensuchen. Es gibt immer mehr Menschen, die sich ihre eigenen Informationen zusammensuchen. Und es gibt immer mehr Menschen, die sich ihre eigenen Filme auf youtube zusammensuchen. Es gibt noch mehr. Aber allein diese drei Gruppen leben meistens parallel und haben fast nichts miteinander zu tun.

Zeitungen leben heute davon, dass man auf sie noch aufmerksam wird. Denn ob ich eine Information als erster lese oder nicht oder erst später darüber berichtet wird ist fast immer egal.

Welchen besonderen Wert haben also Zeitungen, die nicht online zu finden sind sondern erst nach Bezahlung gelesen werden können?


Was können diese Zeitungen bieten, was ich sonst nirgendwo finde?

Nichts, denn ich kann mit google und anderen Suchmaschinen alles finden. Vielleicht nicht sofort den einen Artikel aber Informationen zu (fast) allen Themen immer.

Natürlich gibt es die Anhänger einer Zeitung und natürlich wird auch zukünftig noch Geld für digitale Zeitungen ausgegeben. Aber es ist anders und vor allem glaube ich, dass sich der Nutzwert von Nachrichten und Journalismus verändert hat. Früher brauchte man Zeitungen, weil es das Internet mit seinen Angeboten nicht gab.

Heute gibt es auch noch Zeitungen. Wenn es die Zeitungen online nicht mehr geben würde, dann wären sofort andere Webseiten stärker im Fokus der Google-Sucher und hätten mehr Einfluss. Es gäbe kein nennenswertes Loch. „Alles“ wäre sofort da, nur auf anderen Seiten und mit anderen Interessen. Eine Paywall ist in meinen Augen der Weg zum Machtverlust in der Kommunikation.

So ist die Paywall keine Chance in den meisten Fällen.  Und Werbekunden werden sicherlich eher online werben als offline, weil es billiger sein kann und für beide Seiten einträglicher. Denn die Werbekunden erreichen über PCs und Smartphones und über einen Blog viel mehr Menschen als sie es mit einer Zeitung könnten.

Warum soll ein Werbekunde für eine Anzeige, die einmal irgendwo gedruckt erscheint, viel Geld ausgeben, wenn er für ganze Monate Werbebanner auf Webseiten schalten kann, die viel billiger sind.

Es müssen eben nur Webseiten sein, die für sein Zielpublikum interessant sind. Die Webseiten sollten also nicht Werbung neben Werbung haben sondern echte Artikel anbieten.

Dann sollte das schon klappen. Und dafür braucht man keine Paywall und kein Paper sondern guten Journalismus und den erhält man, wenn man direkt mit den Webseitenbetreibern spricht und nicht PR-Agenturen einschaltet, die das Geld kassieren, was dem Blog zustehen würde oder die so Geld-für-Klicks Angebote machen.

So einfach wäre es.

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