Mediendemokratie zwischen Sascha 2.0 und Volk 2.0

Netzexperten wie Sascha Lobo haben sich geirrt. Darüber schreiben sie jetzt und werden als Experten wieder eingeladen. Nicht weil sie was wußten sondern weil sie es nicht wußten.

Ein Experte ist eigentlich jemand, der etwas weiß über das, worum es geht. So ein Experte bin ich. Deshalb habe ich auch jahrlang darüber geschrieben. Und ich hatte vollständig recht mit meinen Vermutungen. Aber ich werde nicht eingeladen. Denn es geht gar nicht um Wissen und Nichtwissen.

Es geht um Massenmedien und Mediendemokratie.

Es geht darum, sich bei neuen Entwicklungen in den Medien an die Spitze zu stellen. Und aktuell ist die Empörung über die bisherige Entwicklung die neue Entwicklung. Als macht man sich schnell zum Spezialisten für die Empörung und den Experten für das sich-geirrt-haben.

Und schon wird man wieder eingeladen.

Es geht um Verkaufen und nicht um Wissen. Es macht nichts, wenn man auch was weiß. Aber darauf kommt es nicht an.

Aber es gibt ja auch die andere Seite, die, die einladen.

Und wen holen sie sich ins Studio? Die, die risikolos sind und passen – ins Schema.

Das ist unsere Mediendemokratie. Mediendemokratie bedeutet offenkundig man sucht sich die aus, die medientauglich sind und nicht die, die wirklich wissen, wovon sie sprechen.

Hinzu kommt, daß einige Medien bzw. Formate gezielte Botschaften verbreiten wollen.

Insofern geht es hier nicht um eine Person sondern um ein aktuell prominentes Beispiel für das, was ich beschrieben habe.

Ich wollte es heute nur mal aufschreiben, weil es jetzt dieses Geschrei gibt. Es ändert nichts. Aber hier steht es.

Wie geht es weiter?

So wie bisher.

Man begibt sich in die Ahängigkeit von Software, die natürlich kontrollierbar ist und wundert sich dann, wenn man kontrolliert wird. Ohne google und facebook zu leben wäre ganz einfach. Wetten wir würden ohne google schnell besseres finden an Wissen wie das, was wir aktuell finden?

Webverzeichnisse und Empfehlungsmarketing über andere Plattformen würden in Windeseile den Platz einnehmen.

Aber das interessiert so lange nicht bis immer mehr Gruppen durch die Software kontrolliert werden. Dann wird es zu spät sein. Die schleichende Entmachtung ist ja digital voll im Gange.

Damit ende ich mit einem kurzen Gedicht

Als die Volkszählung kam,

entdeckten wir die Grundrechte

Als das Volkshandy kam,

entdeckten wir die digitale Kommunikation

Als die Volksüberwachung kam,

entdeckten wir, daß es fast zu spät ist.

Als das Volk sich dies nicht gefallen ließ,

kamen die Experten und erklärten uns,

es sei alles nicht so schlimm –

Irrtum nicht ausgeschlossen!

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