Warum man mit einem Blog kein Geld verdienen kann, wenn man seriösen Journalismus macht

Eine Meinungsäußerung nach vielen Jahren im Internet

Viele haben heute einen Blog. Noch mehr bloggen auch. Aber von einem Blog mit seriösen journalistischen Artikeln kann man in Deutschland nicht leben.

Suchmaschinen lieben gute Inhalte. Je exklusiver sie sind, desto besser werden sie meistens gefunden.

Wer nun einen Artikel schreibt, der investiert Zeit, Recherche und Geld. Diese Investition ist zunächst unbezahlt.

Nun wird der Artikel/Test auf einem Blog veröffentlicht.

Die Einzigen, die sich freuen, sind Suchmaschinen. Denn sie können sich dadurch attraktiv machen und zwischen ihren Suchergebnissen bezahlte Werbung anbieten.

So hat sich der Text bis zu diesem Punkt nur für die Suchmaschine finanziell gelohnt.

Nun kann der Artikelschreiber ja Anzeigenwerbung zwischen seine Artikel setzen. Wenn er/sie das macht, dann hat er/sie zunächst nichts davon.

Denn nur die Suchmaschinen verdienen daran. Sie haben nämlich Keyword-Werbung verkauft, die nun auf den Seiten erscheint.

Der Autor des Artikels kann nur beschränkt bestimmen, welche Werbung erscheint und er/sie erhält dafür so gut wie nichts.

Erst wenn jemand auf die Anzeigen klickt, gibt es Geld. Das ist aber so wenig, dass man davon monatelang in der Regel nicht leben kann.

Und die Suchmaschinenbetreiber verbieten sogar, dass man seine Besucher bittet, auf die Werbung zu klicken.

Also hat bis jetzt der Artikelschreiber nichts verdient.

Nun kann er/sie an Kampagnen teilnehmen. Ein Beispiel ist die Firma ebuzzing.de. In Deutschland ist eine Zensur verboten. Das ist die Grundlage von seriösem Journalismus.

Aber bei ebuzzing.de finde ich folgendes: „Wir zensieren weder Inhalte, noch bewerten wir die Qualität eines Artikels, den Sie auf Ihrer Seite veröffentlichen. Aber es ist unsere Pflicht, unseren Werbetreibenden die Konsistenz und Integrität Ihrer Kampagnen zu garantieren und darauf zu achten, dass die Briefs, die sie auf ebuzzing veröffentlichen, richtig verstanden werden. Wir müssen also bewerten, ob ein Post in den von der Kampagne vorgegebenen Rahmen passt, alle notwendigen Elemente beinhaltet (z.B. Links zu den Seiten der Werbetreibenden) und dem allgemeinen Verhaltenskodex von ebuzzing entspricht.“

Wenn ich also Geld haben will, dann muss mein Artikel so sein wie man es dort gerne hätte. Damit sind wir beim Thema Glaubwürdigkeit.

Die logische Konsequenz daraus ist, dass ich dann Geld verdiene, wenn meine Artikel den Wünschen der Kunden angepasst werden.

Das ist nach meinem Kenntnisstand aber kein seriöser Journalismus mehr, das ist gar kein Journalismus mehr, das ist Marketing und PR. Bei z.B. ebuzzing finde ich dann  die Rankingliste besonders interessant. Wer kommt da wohl wie rein?

Aber wir leben ja im Zeitalter des absoluten Begriffspanschen. Denn wer hätte es gedacht, es gibt nun einen neuen Begriff, den es eigentlich nicht geben kann, den PR-Journalisten.

Was der so alles macht, lese ich gerade hier: “
„PR-Journalist/innen, Was Sie bei uns erwartet: Recherchieren und Schreiben von werblichen Texten für Sonderveröffentlichungen in den drei Tageszeitungen TA, OTZ und TLZ.“

Das war früher ein PR-Texter. Der Begriff Journalist kommt nämlich nicht von Journaille sondern hat eigentlich einen seriösen Hintergrund. Aber das ist durch die Kreation ungeschützter Begriffe in neuen Kombinationen nun weg. Da hat die PR-Industrie nun den Königsberuf kreiert, der seriöse Information im Image hat und dabei nur unkritisch Werbung verkaufen soll. Herzlichen Glückwunsch!

So kann man mit einem seriös recherchierten Artikel kein Geld verdienen und muss notgedrungen entweder auf Kosten der Glaubwürdigkeit als PR-Journalist (?) bloggen oder durch andere Quellen Geld verdienen.

Das ist auch der Grund, warum immer mehr Blogs im Internet meiner Meinung nach sehr unglaubwürdig sind.

Aber da seriöser Journalismus nur eine Minderheit interessiert, ist dies alles kein Thema für die große Mehrheit.

Journalismus wird heute vielfach abgelöst durch (multimediale) Augenblickstexte, die ohne tiefere Struktur aneinandergekettet werden – und dann das neue „Textmus“ (wie Apfelmus) abgeben aber keinen seriösen Journalismus.

So füllt sich das Internet immer mehr mit Inhalten, die nur Augenblicke wiedergeben. Recherche, selbst im Internet, bleibt ein paar Aufrechten überlassen und selbst die GEZgeführten Staatsbetriebe widmen sich mehr dem Augenblick als dem Tiefgang.

Eigentlich müssten seriöse Blogs mit guten Inhalten besonders  gut von den Suchmaschinenbetreibern bezahlt werden. Denn diese Texte sind die Grundlage für alles andere.

Es gibt aber auch noch eine andere Antwort:

  • Ich kenne Rentner die machen einen Blog, gerne Reiseblog, und schreiben ihre Artikel für die Sachleistungen wie Ticket, Hotel und Essen.
  • Ich kenne Rentner/Pensionäre, die schreiben, weil die Anerkennung als soziale Währung wichtig ist.
  • Und ich kenne viele irgendwo noch beschäftigte Menschen, die einen Blog betreiben, u m berufliche oder persönliche Interessen im Netz zu verbreiten.

Sie schreiben alle kostenlos. Damit habe ich eine weitere Antwort auf die Frage gefunden, warum man mit seriösem Journalismus (der eben oft unbequem ist) und einem Blog kein Geld verdienen kann.

 

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